Schrift und Typografie


Schriftgrad


Als Schriftgrad bezeichnet man eine Reihe festgelegter und bevorzugter Schriftgrößen. Der Schriftgrad ist ein Nennmaß und beschreibt die Schriftgröße nach dem gültigen Typografischen Maßsystem.




Der Schriftgrad orientiert sich an der Kegelgröße oder auch Vertikalhöhe der Bleilettern aus den Zeiten des Bleisatzes. Sie berücksichtigt die Höhe eines Kleinbuchstabens mit Oberlänge sowie den nicht druckenden Teil unterhalb der Schriftlinie. Heute wird die Schriftgröße mit einem Typometer ermittelt und in Didot- oder Picapunkten ausgedrückt.

Ober-Mittel-Unterlängen

Im Bleisatz gab es durch die Bleiletter nur festgelegte Schriftgrößen (Schriftgrade), deren Kegelgröße in Didotpunkten oder mit Namen angegeben wurden. Heute sind durch die moderne Technik sowohl beim Satz als auch bei der Belichtung, feinste Abstufungen bei der Schriftgröße möglich, so daß heute nur noch der Fachmann von Schriftgraden spricht.

Um so wichtiger ist es sich vor der Gestaltung Gedanken zu den einzusetzenden Schriftgrößen zu machen. Bei der Auswahl der Schriftgrößen ist natürlich in erster Linie auf das Zielpublikum Rücksicht zu nehmen. Sollen Kinder oder gar ältere Menschen das Werk lesen, wird für eine Zeitung im Nahbereich oder ist ein Wandplakat geplant?

Man unterscheidet beim Satz grundsätzlich folgende Gruppen:

Konsultationsgrößen
Hiermit sind Schriftgrößen bis 8 Punkt gemeint. Angewendet werden sie für Randbemerkungen (Marginalien), für Fußnoten aber auch bei Nachschlagewerken wie Stadtplänen, Telefonbüchern, Lexika etc.

Lesegrößen
Gemeint sind hier Schriftgrößen von 8 - 12 Punkt. Sie finden Anwendungen in Erzeugnissen wie Büchern, Briefen und sonstigen Druck- und Screenprodukten die zum Lesen aus dem Nahbereich bestimmt sind. Selbst, wenn das Format eines Druckerzeugnisses größer wird (z.B. Panoramaseite / Mittelseite einer Zeitung), wählt man nicht automatisch eine größere Schrift, da der Leseabstand unverändert bleibt.

Schaugrößen
Schriftgrade bis zu 48 Punkt bezeichnet man als Schaugröße. Sie kommen zum Einsatz für Überschriften, Titel und für Textelemente, die auch (z.B. Wandplakat) auf größere Distanz lesbar sein sollen.



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